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Welches Glas für welchen Wein?

Das richtige Weinglas für Zuhause oder die Gastronomie zu finden, ist schwierig.

Weingläser mit oder ohne Stiel, mundgeblasene Weingläser oder industriell hergestellte – es gibt viele Weinglas Arten. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei der Wahl ankommt.

Bei der grossen Auswahl an Weingläser fällt die Entscheidung schwer. Egal, ob für Ihr eigenes Restaurant oder bei Ihnen Zuhause: In diesem Wissensartikel finden Sie heraus, welches Weinglas für Sie passt. Für die richtige Wahl beim Weinglas müssen Sie wissen, welchen Wein Sie trinken wollen und was dieser Wein für Eigenschaften hat. Mit diesem Weinwissen dürfen Sie dann mit gutem Gewissen eine kompetente Entscheidung fürs richtige Weinglas treffen.

Die Weinglas-Vielfalt ist gross.

5, 3 oder doch nur eins?

Starten wir mit der richtigen Anzahl Gläser in Ihrer Weinglas-Auswahl. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze: Sie können über zehn unterschiedliche Weingläser einkaufen. Dann werden Sie sicher allen Traubensorten gerecht. Eine so grosse Auswahl lohnt sich aber nur, wenn sich Ihr Restaurant auf Weine oder Weindegustationen spezialisiert hat. Für Zuhause sind so viele unterschiedliche Weingläser häufig nur Staubfänger in unterschiedlichen Formen und Grössen. Praktikabler, aber immer noch ambitioniert, sind fünf unterschiedliche Weingläser. Mit fünf Gläsern haben Sie zwei unterschiedliche Gläser für Rotweine, zwei unterschiedliche Gläser für Weissweine und ein Schaumweinglas. Je nach Weinkarte in Ihrem Restaurant oder Ihren privaten Ambitionen sind fünf Gläser eine gute Variante.

Häufiger sind aber drei unterschiedliche Gläser (ein Rotwein-, ein Weisswein- und ein Schaumweinglas) oder sogar nur ein gutes Standardglas. Je nach Weinvorlieben oder -angebot können Sie sich für Ihre richtige Anzahl Weingläser entscheiden. Aber welches Glas passt zu welchem Wein? Lesen Sie weiter und finden Sie es heraus. Vorgestellt wird in diesem Artikel die fünf Glas-Variante.

Elemente eines Weinglases

Ein Weinglas hat fünf wichtige Elemente. Es steht auf dem Fuss. Sie halten das Weinglas am Stiel und niemals am Kelch. Der Kelch ist die breiteste Stelle des Glases. Dort entfalten sich die Aromen des Weins. Der Kelch geht über in den Kamin. Der Kamin ist vor allem für die Belüftung des Weines da. Das letzte Element ist der Glasrand. Also dort, wo Sie vom Glas trinken. Für jedes Weinglas ist es wichtig, dass es dünnwandig und farblos ist. Vor allem der Glasrand muss sehr dünn sein, damit Sie bei der Weindegustation wirklich den Wein schmecken können.

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Rotweingläser

Die Aromen von Rotweinen können sehr vielfältig sein: von kräftig und tanninbetont bis zu aromatisch, leichten, fruchtigen Rotweinen. Bei der Glaswahl ist es wichtig, dass Sie wissen, ob Ihr Rotwein eher zur kräftigen oder fruchtig-leichten Sorte gehört. Kräftige, tanninbetonte Rotweine brauchen Raum, um Ihr Aroma zu entfalten. Wichtig ist vor allem ein hoher Kamin, der sich leicht verengt. Dadurch kann sich der Duft des kräftigen, tanninbetonten Rotweins gut entfalten. Diese Art von Weinglas heisst „Bordeauxglas“. Dieses Weinglas passt gut, wenn Sie zum Beispiel Weine von der Cabernet Sauvignon- oder Nebbiolo-Traube trinken.

Das zweite Rotweinglas ist das „Burgunder-Glas“. Es hat einen weniger hohen Kamin und einen bauchigeren Kelch. Dadurch kommen die fruchtigen Aromen von aromatisch, fruchtigen Rotweinen bestens zur Geltung. Wenn Sie gerne Rotweine aus der Pinot-Noir- oder Gamay-Rebsorte trinken, dann passt dieses Glas gut. Dieses Glas ist aber auch gut für kräftige Weissweine, wie zum Beispiel ein im Holz gelagerter Riesling. Achten Sie darauf, dass Sie den Wein Ihren Gästen richtig servieren.

 Ein bauchiges Weinglas ist ideal für Rotweine.

Weissweingläser

Für Weissweine gibt es ebenfalls zwei Gläser. Weissweingläser haben einen etwas weniger breiten Kelch und allgemein etwas weniger Volumen. Weissweine können auch eher kräftig oder leicht und aromatisch sein. Für kräftigere Weissweine (zum Beispiel Grauburgunder oder Chardonnay) brauchen sie ein eher bauchiges Weissweinglas mit einem relativ kurzen Kamin. Der Sauerstoffkontakt durch den eher bauchigen Kelch hilft Fruchtaromen zu betonen und die Holznoten auszubalancieren. Dieses Glas wird „Chardonnayglas“ genannt.

Das „Rieslingglas“ ist hingegen eher für fruchtige Weissweine. Das Glas ist weniger bauchig und kleiner als das Chardonnayglas. Fruchtige Weissweine haben häufig auch Säurearomen. Damit diese Säure nicht zu stark wird, braucht es einen längeren Kamin. Dadurch können die feinen fruchtigen Aromen besser in die Nase aufsteigen. Sie nehmen beim Degustieren dann auch zuerst die fruchtigen Aromen wahr und erst nachher die Säure. Dieses Glas ist das richtige für Sie, wenn Sie gerne grüner Veltiner, Gewürztraminer oder leichte Rieslinge trinken.

Schaumweingläser

Ein Schaumweinglas ist schlanker als die anderen Weingläser. Bei einem Schaumweinglas ist aber ein kleiner bauchiger Kelch wichtig. Das hilft dabei, dass Sie beim Trinken nicht nur Kohlensäure wahrnehmen, sondern auch die Aromen herausschmecken können.

Industrielle oder mundgeblasen?

Bei der Herstellung kommt es wieder auf Ihre persönlichen Präferenzen und auf den Einsatzort der Gläser an. Mundgeblasene Gläser sind normalerweise dünner und Sie können deshalb die Aromen des Weins besser wahrnehmen. Sie sind aber auch um einiges teure und gehen leichter kaputt. Maschinelle Gläser haben den Vorteil, dass sie meistens günstiger und robuster sind. Aber häufiger sind sie dickwandiger, wodurch Sie die Aromen des Weines schlechter herausschmecken können. Falls Sie sich für industriell hergestellte Weingläser entscheiden, lohnt es sich aber auf jeden Fall darauf zu achten, dass der Glasrand so dünn wie möglich (auf keinen Fall dick abgerundete Gläser kaufen!) ist.

Ein Glas für alle Weine kann eine gute Lösung sein.

Ein Einheitsglas

Sie wollen lieber ein gutes Glas für jeden Wein? Vor allem Zuhause und je nach Karte kann das eine sehr gute Alternative sein. Ein gutes Einheitsglas ist klassisch und schlicht, verzichten Sie auf Dekorationen oder experimentelle Formen. Für ein Einheitsglas lohnt es sich auf stiellose Weingläser zu verzichten. Wählen Sie ein Glas, das einen langen, angenehmen Stiel hat.

Jetzt zum wichtigsten Punkt: kaufen Sie ein dünnwandiges Glas! Sie investieren nicht in viele unterschiedliche Weingläser – sie kaufen ein gutes Weinglas, deshalb lohnt es sich in ein teureres, dünnwandiges Glas zu investieren. Der Kelch Ihres Einheitsglases sollte bauchig sein. Die Aromen bleiben so konzentriert im Glas und das Glas ist gut schwenkbar. Der Kamin darf auch eher lang sein, damit sich die Duftaromen gut entfalten und ausbalancieren können.

Denken Sie daran, dass nicht jedes Weinglas spülmaschinenfest ist. Falls es Ihre persönliche Präferenz oder der Einsatzort des Weinglases verlangen, lohnt es sich die Wahl nochmals auf die Spülmaschinentauglichkeit zu überprüfen.

Fazit

Schlussendlich bestimmt Ihre persönliche Vorliebe und der Einsatzort das Weinglas und die Anzahl Weingläser. Deshalb lohnt es sich, wenn Sie Ihre Weinkarte oder Ihre Auswahl an Lieblingsweinen anschauen und sich erst danach für das passende Weinglas entscheiden.

Mehr zum Thema Wein und Weingläser lernen Sie in unseren Weinkursen:

Aktualisiert am 07.09.2020