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Ghost Kitchen – Konzept der Zukunft?

Das Jahr 2020 brachte die Ghost Kitchens in die Schweiz. Ein neues Konzept, welches sich durchaus bewähren kann. Ghost Kitchens lassen sich auch gut mit anderen Betriebskonzepten kombinieren.

In diesem Artikel lesen Sie, was eine Ghost Kitchen ist und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringt.

Was sind Ghost Kitchens?

Der Begriff Ghost Kitchen lässt sich auf Deutsch als Geisterküche übersetzen. Wenn Sie jetzt an eine verlassene Küche denken, in der es auch noch spukt, dann können wir Sie beruhigen. In Ghost Kitchens arbeiten sehr wohl lebendige und gut ausgebildete Köche. Was das Betriebskonzept einer Ghost Kitchen ausmacht, sind die nicht anwesenden Gäste. Eine Ghost Kitchen ist ein Restaurant, welches Essen ausschliesslich liefert oder zur Abholung anbietet. Da Ghost Kitchens keine Gäste vor Ort bewirten, brauchen Sie auch keine weiteren Räumlichkeiten als eine Küche. So fallen auch die ganzen Einrichtungen weg. Der Betrieb setzt lediglich auf das Küchenpersonal, welches für die Zubereitung zuständig ist. Dabei ist noch zu unterscheiden, ob der Betrieb die Mahlzeiten selbst oder über externe Lieferdienste zu den Kundinnen bringt. Werden die Gerichte über den hauseigenen Lieferservice verteilt, sind natürlich Kuriere zu beschäftigen.

Dem Angebot in einer Ghost Kitchen sind keine Grenzen gesetzt.

Konzeptidee in der Pandemie

Die Ghost Kitchen kommen sehr wahrscheinlich, wie viele andere Trends, aus den Vereinigten Staaten. Wobei das bei den Ghost Kitchens nicht mit Sicherheit geklärt ist. In der Schweiz eröffneten die ersten Ghost Kitchens im Pandemiejahr 2020. Damals war es die einzige Möglichkeit, noch Gäste zu bekochen und Umsatz zu generieren, solange die Restaurants geschlossen waren. Nun haben die meisten Betriebe wieder geöffnet. Und trotzdem bleibt das Konzept Ghost Kitchen attraktiv. Gerade für bestehende Betriebe kann eine Ghost Kitchen neue Möglichkeiten bieten.

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Die Vorteile

Bei den Vorteilen der Ghost Kitchens stechen klar die tieferen Kosten hervor. Sei es, weil weniger Personal beschäftigt wird oder weil weniger Räumlichkeiten gemietet werden müssen. Weiter ist der Betrieb nicht an eine Anzahl Plätze gebunden. So können mehr Kunden bedient werden als in einem herkömmlichen Restaurant. Zudem können in einer Ghost Kitchen mehrere Restaurants produzieren, da diese ja nur als Webseite bei den Kundinnen präsent sind. So können Sie z. B. gleichzeitig italienische Küche, asiatische Gerichte und bürgerliche Kost anbieten. Jede Speisekarte läuft unter einem anderen Betriebsnamen und hat eine eigene Webseite, welche die Kunden besuchen können. Dies kann dazu führen, dass Ihr Angebot etwas kleiner ausfällt als in herkömmlichen Betrieben. Jedoch machen die verschiedenen Restaurants, welche in derselben Küche produzieren, dieses Defizit wieder wett.

Die Nachteile

Für Ghost Kitchen ist der Auftritt im Internet sehr entscheidend. Dies kann zusätzliche Kosten verursachen, weil die Gäste nur über die Internetseite Kontakt aufnehmen und ihre Bestellungen abgeben. Zudem müssen Sie entscheiden, ob Sie einen eigenen Lieferservice aufbauen. Dazu braucht es wiederum Personal, auf welches herkömmliche Restaurants verzichten können. Es gibt die Möglichkeit, die Bestellungen über externe Lieferservices abzuwickeln. Diese verlangen aber eine Provision, welche oft bis zu 30 % pro Lieferung ausmacht. So würden die Preise enorm höher ausfallen. Ein weiterer Nachteil der Ghost Kitchen ist, dass das Restauranterlebnis an sich für die Gäste wegfällt. Deshalb ist es schwer, ohne bestehenden Kundenstamm oder gut angelegter Vermarktung als reine Ghost Kitchen Fuss zu fassen. Eine Ghost Kitchen ist eher erfolgreich, wenn ein bereits etabliertes Restaurant diese als Angebotserweiterung aufbaut und darin auch andere Restaurants entstehen lässt.

Hygiene muss auch in Ghost Kitchens eingehalten werden.

Rechtliche Voraussetzungen

Ob Sie für Ihre Ghost Kitchen ein Wirtepatent brauchen oder nicht, hängt von einigen Faktoren ab. Grundsätzlich schreiben die meisten Gastgewerbegesetze ein Wirtepatent vor, wenn Speisen und Getränke für den Konsum vor Ort abgegeben werden. Da das Konzept der Ghost Kitchen aber auf Abholung und Lieferung basiert, dürften diese meist nicht unter die Patentpflicht fallen. Dies ist aber nur ein Faktor. Oft ist auch der Alkoholverkauf oder die Gewerbefläche ausschlaggebend, ob ein Wirtepatent benötigt wird oder nicht. Einen Überblick über die Kantone erhalten Sie im Wissensartikel rechtliche Situationen Imbisse. Sollten Sie danach noch unsicher sein, ob Sie nun ein Wirtepatent brauchen oder nicht, helfen wir Ihnen gerne weiter. In jedem Fall bräuchten Sie ein Hygienekonzept und müssten Ihre Ghost Kitchen bei den kantonalen Behörden anmelden.

Fazit

Ghost Kitchens sind eine gute Alternative zu normalen Betrieben. Sie kreieren qualitativ hochstehende Gerichte für die Gäste zu Hause. Es lohnt sich, eine Ghost Kitchen einzeln aber auch als Ergänzung zu einem bestehenden Betrieb zu eröffnen. Wenn Sie sich selbstständig machen, kann das Konzept der Ghost Kitchen ein guter Einstieg sein. Voraussetzung dafür ist, neben einer zentral gelegenen Küche, auch die nötige Nachfrage. Matchentscheidend ist, wie sich der Betrieb vermarktet. Ohne offensives und breit gestreutes Auftreten im Internet und auf den gängigen sozialen Medien ist dem Erfolg bereits vor der Eröffnung der Riegel geschoben.

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Aktualisiert am 03.12.2021